«Good Life Ceramics» entspannter Kaffeegenuss in der Austellung von Caro Niederer

Veröffentlicht in Ausstellungen | Kunst

Sa 07. Oktober 2017 bis So 26. August 2018 | Kunstmuseum St. Gallen
Öffnungszeiten: Di bis So 10 - 17 Uhr | Mi - 20 Uhr

Ein klassisches Museumscafé lädt in vielen Häusern vor oder nach dem Ausstellungsbesuch zum Verweilen ein. Im Ausstellungsraum selbst ein Café vorzufinden, welches Teil des Kunstprojektes ist, ist hingegen ungewöhnlich. In der der Ausstellung "Good Life Ceramics" von Caro Niederer lädt die Künstlerin in ihr eigens für die Ausstellung designtes und eingerichtetes Café im Untergeschoss des Kunstmuseums ein. Ausstellungsbesucher können dort gegen Entgelt Kaffee und Kuchen geniessen oder Tee aus Kräutern probieren, die aus dem angrenzenden Stadtpark und der Region stammen.

«Good Life Ceramics»
Caro Niederer erforscht verschiedene Möglichkeiten wie ein Ausstellungsraum bespielt werden kann
Kurator: Lorenzo Benedetti

images/Magazin/Ausstellungen_Kunst/St.Gallen/2017/171007_CaroNiederer_GoodLifeCeramics_Cafe_Foto Kunstmuseum StGallen_FotoIrina Wedlich.jpgFoto Kunstmuseum St Gallen / Irina WedlichDas aussergewöhnliche Ausstellungsprojekt im Museums Untergeschoss, welches sich nach dem Auszug des Naturmuseums noch immer in einem unverändertem architektonischen Zustand befindet, entwickelt sich in einem speziellen Setting dessen Anlage sich im Laufe der Ausstellungsdauer systematisch verändert. In vielerlei Hinsicht ist die Wahl von Caro Niederer (*1963 Zürich) für ein solches Projekt eine Idealbesetzung. In ihrem Werk kann jeder Augenblick eine künstlerische Handlung darstellen. Deshalb führen Zeit und Dinge des Alltäglichen einen Dialog mit ihren Gemälden und Skulpturen. Sie holt ihre Werke aus dem privaten Bereich in den öffentlichen Kunstkontext und reflektiert damit das Sammeln von Kunst und die Verflechtung von Kunst und Alltag.

Den Beginn des Projektes markiert die Eröffnung eines Cafés, das mit Kunstwerken bestückt ist, welche die Künstlerin in der unmittelbaren Umgebung in eine neue Funktion überführt: Vorhänge, deren bedruckte Motive ihren Gemälden entnommen sind, Publikationen, die Teil der Ausstellung werden und in denen man blättern darf sowie Kunst-Keramikgeschirr, das von den Gästen im Café tatsächlich benutzt wird und der Ausstellung den Titel leiht.

Das ursprüngliche Setting wird mit Werken von befreundeten Kunstschaffenden und aus der Privatsammlung der Künstlerin erweitert. Die Ausstellung erfährt fortlaufend neue Inszenierungen, die das Gesamtwerk von Caro Niederer immer wieder aus verschiedenen Positionen beleuchten. Jeder Moment ist als Reflexion zu verstehen, um den Ausstellungsraum als hybriden Ort wahrzunehmen, wo privates Erleben mit einer breiten Öffentlichkeit geteilt werden kann.