«Mein Kampf» Farce von George Tabori inszeniert von Serdar Somuncu

Veröffentlicht in Bühne | Literatur (Archiv)

Premiere Fr 20. April 2018 - 20:00 Uhr | Stadttheater Konstanz
letzet Vorstellung Mi 23. - 15:00 - alle Vorstellungstermine am Schluss

George Taboris 1987 uraufgeführte Farce setzt intelligente Komik, untröstlichen Weltschmerz und unbeirrbare Menschenliebe zu einem Portrait der "Banalität des Bösen" zusammen und stellt diesem wie nebenbei den Reichtum jüdischer Kultur, Geschichte und Rhetorik entgegen. Schräg, knallbunt und überhöht überschneiden sich in dieser bitterkomische Groteske, Tragisches und Rührendes mit Wirklichkeit und Fiktion. So vermittelt das Theater auch, dass wir in Zeiten des erstarkenden Radikalismus aus allen Lagern, nicht von Ideologien befreit sind die sich zu historischem Horror entwickeln können.

«Mein Kampf» die Wandlung des Menschen Adolf Hitler in das Monster Hitler
Regie: Serdar Somuncu | Ausstattung: Damian Hitz | Dramaturgie: Miriam Fehlker
Mit Laura Lippmann, Vanessa Radmann, Andreas Haase, Thomas Fritz Jung, Peter Posniak, Tomasz Robak

In einem Wiener Männerasyl wohnen der Koch Lobkowitz alias Gott und Schlomo Herzl, der seine Memoiren schreibt. Ihre Kraft für den täglichen Überlebenskampf ziehen sie aus der philosophischen Betrachtung, theologischen Auslegung und vergnügten Dekonstruktion einer Welt, in der sie nicht viel zählen. Als ein junger Habenichts namens Adolf Hitler auftaucht, empfangen sie den neuen Mitbewohner freundlich. Trotz Lobowitz‘ Bedenken, umsorgt Herzl den bildungsfernen und völlig talentfreien Möchtegern-Kunstmaler aufopferungsvoll. Geduldig versucht er ihm Manieren beizubringen, Wortgewandtheit zu vermitteln und ihm die Angst vor der Zukunft zu nehmen. Doch auch ausgestattet mit Herzls Mantel, einer neuen Frisur und den besten Ratschlägen wird Hitler an der Akademie der Schönen Künste abgelehnt, bemächtigt sich des Titels "Mein Kampf", unter dem Herzls Memoiren erscheinen sollten und erregt damit keinerlei Aufmerksamkeit – bis die Frau Tod nach ihm sucht. Allerdings nicht, um dem Antisemiten den Garaus zu machen, sondern um ihn als "Naturtalent", als Täter mit Sense, als Würgeengel besonderer Grösse zu casten.
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George Tabori, 1914 geboren in Budapest, emigrierte 1935 nach London, arbeitete als Auslandskorrespondent in Sofia, Istanbul, Palästina sowie Ägypten und ging 1947 in die USA, wo er als Drehbuchautor für Hollywood arbeitete, bevor er in den 1970er Jahren nach Europa zurückkehrte, um hier einer der wichtigsten Theatermacher seiner Zeit zu werden. Er starb 2007 in Berlin.

Serdar Somuncu geboren 1968 in Istanbul, ist Moderator, Schriftsteller, Musiker und Regisseur. Somuncu studierte am Konservatorium für Musik in Maastricht (1984 bis 1986) und an der Staatlichen Hochschule für Musik in Wuppertal (1986 bis 1992) Musik, Schauspiel und Regie. Er arbeitete u.a. an den Schauspielhäusern in Bochum, Bremen und Oberhausen. 1996 begann er seine viel beachtete und ganze sechs Jahre andauernde szenische Lesereise mit Adolf Hitlers Mein Kampf. Mit mehr als 1.500 Auftritten vor einer halben Million Zuschauern wurde er europaweit bekannt. Somuncu ist Ensemble-Mitglied der "heute-show" und moderiert die wöchentliche Radiosendung die "Blaue Stunde" auf Radioeins sowie seine monatliche Talkshow "So!muncu" auf n-tv. Somuncu erhielt u.a. den Deutschen Literatur-Theater-Preis und den Prix Pantheon. Regie führte er an Bühnen in Neuss, Frankfurt, Wuppertal, Berlin und Dresden. Und nun am Theater Konstanz.

Vorstellungen «Mein Kampf» - Änderungen vorbehalten - beachten Sie den Theaterspielplan
April Premiere
Fr 20. - 20:00
Di 24. - 19:30 Do 26. - 20:00 Sa 28. - 20:00
Mai Mi 02. - 20:00 Do 03. - 19:30 Fr 04. - 19:30 Sa 05. - 20:00
  Mi 09. - 20:00 Fr 11. - 19:30 Sa 12. - 20:00 So 13. - 18:00
  Di 22. - 20:00 letzte Vorstellung
Mi 23. - 15:00
   
Weitere Informationen unter www.theaterkonstanz.de