«Gestern ist auch noch ein Tag» eine Abrechnung zwischen Mutter und Tochter

Veröffentlicht in Bühne | Literatur

Wiederaufnahme Fr 02. und Sa 03. März - jeweils 20:00 Uhr | Werkstatt Theater Konstanz

Nach "Schwarz ohne Zucker" ist "Gestern ist auch noch ein Tag" das neue Schauspiel der in Berlin lebenden Autorin Kirsten Stina Michelsdatter welches in der Regie von Andreas Pirl am 27. Oktober 2017 seine Uraufführung am Theater Konstanz hatte. Das Stück wurde eigens für die beiden Darstellerinnen Irma Münch und Hannelore Koch geschrieben. Kirsten Stina Michelsdatter beschreibt die Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Sie verwebt das Alltägliche mit der Katastrophe und dabei schlägt die Erinnerung gnadenlos zu.

«Gestern ist auch noch ein Tag»
REGIE Andreas Pirl | AUSSTATTUNG Ana Maria Goncalves Nunes | MIT Irma Münch, Hannelore Koch

Die späte Wiederbegegnung einer Mutter und ihrer Tochter gerät zu einer Abrechnung, die beide Frauen zu den Trümmern ihrer aufbewahrten Irrtümer führt. Erinnernd und konfrontiert mit den eigenen Vorstellungen, die eine jede der beiden unterschiedlichen Frauen von sich als Kind und Erwachsene hat, nähern sich an einem Nachmittag, der langsam Abend wird, die Leben an. Die Tochter ist auch Mutter, die Mutter selber ein Kind. Alles kehrt wieder, verkehrt sich.
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Aus Vorwürfen werden Lebensbeschreibungen und rätselhafte Gedankenspiele, die eine vertraute Gestalt haben. Es handelt sich um eine Art Herbstsonate, einen Mutter-Tochter-Dialog vor dem Hintergrund zweier Leben, die Mitte sechzig und Ende achtzig sind. Mutter und Tochter hatten sich über Jahre aus den Augen verloren. Da das bei Müttern und Töchtern kein natürlicher Vorgang, sondern ein gewollter Zustand von mindestens einer der Beiden ist, gerät die späte Wiederbegegnung zu einer Tortur. Dabei ersparen Mutter und Tochter einander nichts begreifen aber dabei, dass das Leben gar nicht vergeht, sondern nur die Zeit, die es gekostet hat.

Kirsten Stina Michelsdatter - Autorin, geboren 1965 in Tasingen/Fünen, studierte Psychologie in Aarhus und Theaterwissenschaften in Berlin. Sie arbeitete für Bolia Design Aarhus, Grönland Filmfest und die Deutsch-Dänische Gesellschaft e.V. Die Autorin schreibt Stücke, Hörspiele und Kinderbücher. In der letzten Spielzeit war "Schwarz ohne Zucker", ebenfalls in der Regie von Andreas Pirl, auf der Werkstattbühne des Theater Konstanz zu sehen.

Andreas Pirl - Regie wurde 1964 in Torgau geboren. Er studierte Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Außenstelle Rostock. Sein erstes Theaterengagement führte ihn an das Heinrich von Kleist Theater in Frankfurt/Oder. Er ist seit 1991 freiberuflich tätig als Regisseur, Schauspieler und Schauspieldozent. Er spielte oder inszenierte u. a. am Theater Greifswald, Volkstheater Rostock, Stadttheater Görlitz, Neuköllner Oper Berlin, Hebbel Theater Berlin und dem Societaetstheater Dresden. Am Theater Konstanz inszenierte er zuletzt "Schwarz ohne Zucker".

Weitere Informationen unter www.theaterkonstanz.de