Herbert Meusburger - setzt Zeichen in Stein, Form und Farbe

Veröffentlicht in Ausstellungen | Kunst

Sa 14. Juli bis So 16. September | vorarlberg museum im Atrium und am Kornmarktplatz
museum öffnungszeiten Di bis So 10 bis 18 Uhr | Sommer 01. Juli – 31. August täglich bis 19 Uhr, Do bis 20 Uhr

Der Bildhauer Herbert Meusburger stellt mit der eigens für die Ausstellung geschaffene Skulptur "Leben leben lassen" bedrohte Pflanzen unter Schutz. Eine monumentale, aus 38 Granitteilen bestehende Skulptur umzäunt einen Garten mit selten gewordenen Gewächsen aus dem Bregenzerwald – ein Verweis auf die abnehmende Artenvielfalt in seiner Heimat. 16 horizontale und 22 vertikale Steinelemente, die zaunartig miteinander verflochten sind, fassen einen acht Quadratmeter grossen Garten ein. Ein Landschaftsgärtner kümmert sich während der Sommermonate um die dort wachsenden Pflanzen.

Herbert Meusburger
Der malende Bildhauer

180714 vlbm Herbert Meusburger c Petra RainerHerbert Meusburger © Petra RainerHerbert Meusburger ärgert sich über den Umgang mit der Natur in "seinem" Tal. Dass immer mehr Pflanzen verschwinden, dass farbenprächtige Blumenwiesen seltener werden, schreibt er der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung zu. "Die Böden sind überdüngt und verdichtet", sagt er, "immer mehr Feuchtgebiete werden trockengelegt." Das hat Auswirkungen auf die Biodiversität.

Die Ausstellung gibt anhand erlesener, markanter Arbeitsbeispiele einen repräsentativen Einblick in das Schaffen des Bildhauers. An den Wänden des Atriums hängen rund zwanzig Gemälde von Herbert Meusburger, die die "Behausung für bedrohte Pflanzen" umgeben. Seine Skulpturen – oft mehrteilige, an architektonische Verbindungsstücke erinnernde Granitformationen – stehen im Eingangsbereich des Museums und auf dem Kornmarktplatz. Dort ist neben einem Gletscherfindling auch die Skulptur "Identität" aus indischem Granit zu sehen. Die fast drei Meter hohe, mehrere Tonnen schwere Arbeit stand bisher im Skulpturengarten beim ORF Vorarlberg in Dornbirn.

Die künstlerischen Anfänge des 65-jährigen Herbert Meusburger aus Bizau liegen in der Holzschnitzkunst. Bereits als 15-Jähriger besuchte er die Tiroler Holzbildhauerschule in Elbigenalp. Ab 1980 folgten die ersten Arbeiten in Stein. Seitdem ist Meusburger diesem Material verhaftet. Prägten zunächst Findlinge und Solitäre sein plastisches Schaffen, so rückten ab den 1990er Jahren zusehends vielteilige Granitformationen in den Vordergrund. Ein Granitblock wird in verschiedene Teile zersägt und neu zusammengefügt, wobei die Oberfläche der einzelnen Elemente unterschiedlich behandelt wird. Bei der Konstruktion arbeitet der Künstler mit Steckverbindungen, die er vom traditionellen Holzbau im Bregenzerwald übernommen hat. Das Trennen und Verbinden ist das zentrale Thema im Werk von Herbert Meusburger.

Kurator: Karlheinz Pichler | Installation Garten: Reinhard Raid, Garten- und Landschaftsbau, Krumbach | Grafik: Kurt Dornig Grafikdesign | Produktionsleitung: Susanne Vonach

Führungen mit Herbert Meusburger und Kurator Karlheinz Pichler
Kosten 5 Euro, keine Anmeldung erforderlich
Do 19. Juli, 18.30 Uhr
Do 16. August, 18.30 Uhr
Do 06. September, 18.30 Uhr