«Aus dem Nichts» aufwändig inszenierter Politthriller

Veröffentlicht in Bühne | Literatur

Schauspiel über die NSU-Morde nach dem Golden Globe prämierten Drama von Fatih Akin

Es ist eine Geschichte, die man nie erleben möchte, ein emotionales Drama über Verlust und Trauer, das noch lange beschäftigt. Der mit elf Schauspielern besetzte meisterhafter Rachethriller erzählt auch die Geschichte des deutschen Rechtsstaates im Umgang mit dem NSU und wird aus der Perspektive der traumatisierten Hinterbliebenen erzählt. Die Parallelen zur NSU_Mordserie von Uwe Mundlos, Uwe Bönhardt und Beate Zschäpe sowie zum anschliessenden NSU-Prozess sind offensichtlich.

«Aus dem Nichts» nach dem gleichnamigen Film von Fatih Akin
mutiges, emotionales und durchaus provokantes Bühnenstück

Es gibt in der Geschichte der Bundesrepublik wenige Prozesse, die international für Aufsehen sorgten und als Meilensteine für die Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte gelten. Die Münchner NSU-Prozess zählen dazu. Fatih Akin besuchte für die Recherche drei Gerichtsverhandlungen des NSU-Prozesses und veröffentlichte von diesen inspiriert, 2017 den oscarnominierten Rachethriller "Aus dem Nichts". Sehr nuanciert arbeitet Akin das auf, was nach einer solchen Katastrophe vermutlich geschieht.
191016 Aus dem Nichts 9 c Bernd BoehnerBild © Bernd Boehner
An einem Nachmittag bringt Katja ihren kleinen Sohn Rocco ins Büro ihres deutsch-kurdischen Mannes Nuri. Als sie am Abend zurückkehrt, sind beide tot. Eine vor dem Büro deponierte Nagelbombe hat alles zerfetzt. Katjas Welt hat sich aus dem Nichts heraus für immer verändert. Vor dem Anschlag hatte sie am Tatort eine junge Frau gesehen, die ihr mit einem schwarzen Behälter bepacktes Fahrrad an einer Laterne abstellte. Doch statt diese Spur zu verfolgen stürzt sich die Polizei lieber auf Nuris Dealer- bzw. Gefängnis-Vergangenheit und ermittelt im Rotlichtmilieu. Dann gehen ihnen zufällig die wahren Täter ins Netz. Hauptverdächtig ist das Neonazipärchen Möller. Aber der Prozess entwickelt sich anders als Katja erhofft ... und treibt Katja, gedemütigt und entsetzt, dazu, das Gesetz selbst in die Hand zu nehmen.
«Aus dem Nichts» Vorstellungen in der Region
● Mi 16. Oktober 2019 - 20 Uhr | Stadthalle Tuttlingen
Tickets bei der Vorverkaufsstelle der Tuttlinger Hallen, der Ticketbox in der Königstrasse 13 (beim "Runden Eck") bei den bekannten Vorverkaufsstellen des KulturTickets Schwarzwald-Baar-Heuberg. Online unter www.tuttlinger-hallen.de oder beim telefonischen Kartenservice Tel. +49 (0)7461 910996
● So 10. November 2019 - 19:00 Uhr | Stadthalle Singen
Vorverkauf: Tourist Information Singen, Marktpassage, August-Ruf-Strasse 13, 78224 Singen, Telefon +49 (0)7731/85-262, E-Mail: ticketing.stadthalle@singen.de, bei allen Reservix-Vorverkaufsstellen und im Internet: www.stadthalle-singen.de 
191016 Aus dem Nichts 3 c Bernd BoehnerBild © Bernd Boehner
Anna Schäfer ist die Rolle der Katja, die Ausbrüche ebenso wie die Zwischentöne der Verzweifelten, die sie auch ohne Worte spielen muss, quasi auf den Leib geschrieben. Ihre Ausbildung, die sie um einen Acting-Workshop bei Susan Batson vom Actors Studio New York ergänzte, absolvierte die gefragte Schauspielerin und Sängerin von 1995 bis 1999 an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Schon bei ihrem Theaterdebüt an den Hamburger Kammerspielen konnte die Tochter, der Thalia-Theater-Schauspielerin Angelika Thomas und des Regisseurs Roland Schäfer, in der Hauptrolle der Lilian in "Happy End" ihre Vielseitigkeit bei den mit spezifischem Stil zu singenden Kurt-Weill-Songs beweisen.

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