«Ich verschwinde» Schauspiel von Arne Lygre

Veröffentlicht in Bühne | Literatur (Archiv)

Deutschsprachige Erstaufführung eines komplexen Stück über unterschwellige Ängste

Am Rande einer erwarteten Katastrophe in einer surrealen Katastrophenlandschaft versuchen einige Personen ihrem eigenen Elend zu entfliehen. Sie versetzen sich in Lagen und Schicksale Abwesender, deren Not sie sich vorstellen und sprachlich aber erst erschaffen. Der norwegische Erfolgsautor und Shooting Star des norwegischen Theaters Arne Lygre setzt mit "Ich verschwinde", das 2013 den Ibsenpreis gewann, auf den Kern des Theaters – die Sprache – und entwickelt ein komplexes Stück über die unsichtbaren Verbindungen der Menschen im Zeitalter existentieller Erschütterungen.

«Ich verschwinde» Schauspiel von Arne Lygre
von Menschen im Zeitalter existentieller Erschütterungen

Eine Frau sitzt in ihrem Haus und erzählt von den alltäglichen Dingen ihres Lebens, von ihrer Verbundenheit mit diesem Ort. Noch einmal führt sie sich diese vor Augen, bevor sie vergangen sein wird, denn sie muss fort. Die Freundin und deren Tochter treffen ein, der ebenfalls erwartete Ehemann bleibt jedoch verschwunden. Am nächsten Morgen brechen die drei Frauen auf, fahren mit dem Auto, bis es nicht mehr weitergeht, laufen zu Fuss zur Küste und sehen zu, wie andere schwimmend versuchen, die Insel zu erreichen. Rätselhaft und hintergründig erzählt die Geschichte, dass die Menschen in einem Boot sitzen und gemeinsam unterwegs sind - Ob sie wollen oder nicht.
190504ThKn ich verschwinde DSC7456Bild Theater Konstanz / Ilja Mess
Der norwegische Autor konfrontiert das Publikum mit Personen die von den Beunruhigungen der Gegenwart dominiert sind. Mit der elementaren Verunsicherung durch Kriegszustände, Terroranschläge, Umweltkatastrophen schweben trotz aller Sicherheitsvorkehrungen ständige Ängste über dem Stück ohne konkret benannt zu werden. Und obwohl im Augenblick alles gerade noch einigermassen stimmt, wirft die Ahnung des Schrecklichen bereits ihre Schatten voraus. Die Personen sind besessen vom Unglück, unfähig, im Hier und Jetzt einfach da zu sein.

Vorstellungen «Ich verschwinde» in der Werkstatt des Stadttheater Konstanz
Änderungen vorbehalten - beachten Sie den Theaterspielplan
Mai Premiere
Sa 04. - 20:00
Di 07. - 20:00 Fr 10. - 20:00 Di 14. - 20:00
  Sa 18. - 20:00 Do 23. - 20:00 Di 28. - 20:00 Mi 29. - 20:00
Juni Mi 05. - 20:00 Sa 08. - 20:00    

Regie: Philip Stemann | Ausstattung: Jochen Diederichs | Dramaturgie: Eivind Haugland | Übersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel
190504ThKn ich verschwinde DSC7504Bild Theater Konstanz / Ilja Mess
Philip Stemann studierte zunächst Osteuropäische Geschichte, Slawistik und Philosophie an der Universität Heidelberg, anschliessend absolvierte er ein Studium der Schauspielregie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin. Er ist Mitglied im Leitungsteam des TIF am Staatsschauspiel Dresden, zusammen mit Eva J. Heldrich und Marcel Klett. Regie-Engagements führten ihn u.a. an das Theater Bremen, ans Maxim-Gorki-Theater in Berlin, Theater Heidelberg und Theater Konstanz. Seit 2017 ist er Hausregisseur am Bremer Figurentheater. Stemann inszeniert neben Sprech- und Figurentheater auch an der Oper und arbeitet als Schauspieldozent.

Weitere Informationen unter www.theaterkonstanz.de


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