«Warten auf Godot» Schauspiel von Samuel Beckett

Veröffentlicht in Bühne | Literatur (Archiv)

Noch einmal im Stadttheater Konstanz bevor diese Inszenierung zu den Baden-Württembergischen Theatertagen nach Baden-Baden reist.

Samuel Becketts Stück, über zwei Männer die auf einen dritten warten der niemals kommt, wurde am 5. Januar 1953 in Paris uraufgeführt. Eine Bühne, ein Baum, eine Handvoll Figuren – mehr brauchte Beckett nicht, um die Fantasie der ganzen Welt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts dauerhaft zu beschäftigen. Sein Stück ist zum Inbegriff der grundlegendsten Fragen des Menschen nach der Wirklichkeit geworden. Das Stück erzählt keine eigentliche Geschichte sondern bedient sich der statischen Situationen des Wartens, aufgeladen mit clownesker Komik und der Tragik des Absurden.

«Warten auf Godot» über die Suche nach der Existenz des Seins
REGIE & BÜHNE Christoph Nix | KOSTÜM Ursula Oexl-Menzel | DRAMATURGIE Daniel Grünauer | CHOREOGRAFIE Ana Mondini, Olli Hauenstein | MIT Peter Cieslinski, Lorenz Leander Haas, Andreas Haase, Odo Jergitsch, Peter Posniak

Die beiden Clowns Wladimir und Estragon sind irgendwo und irgendwann an einer Landstrasse und warten auf Godot. Sie wissen nichts über ihn, wann und ob er überhaupt kommt. Aber er erscheint so wichtig, dass selbst Langeweile, drückende Schuhe oder Schläge sie nicht davon abhalten können zu warten. Ein weiteres Figurenpaar kommt hinzu, der Diener Lucky mit seinem Herrn Pozzo. Gemeinsam wird philosophiert bis die beiden wieder verschwinden. Als sie am nächsten Tag erneut auftauchen, ist Pozzo blind und Lucky stumm. Alles wiederholt sich, aber schlechter als zuvor. Beckett problematisiert die Absurdität trotz unbestimmter und letztlich unerfüllter Illusionen auf die Ankunft eines Heil bringenden Propheten oder sonstigen Erlösers zu hoffen.
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Christoph Nix studierte nach seinem Abitur, das er 1973 in Herborn ablegte, Rechtswissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Giessen. Nach dem Referendariat in Frankfurt am Main legte er 1983 die zweite Juristische Staatsprüfung ab. Im Januar 2011 wurde Christoph Nix an der Universität Bremen zum Professor für Jugendstrafrecht und Bühnenrecht ernannt. 1985 bis 1988 spielte Nix bei Augusto Boal und Gardi Hutter. Er trat als Clown im Europa Circus Bügler auf. 1991 wurde Nix Regieassistent bei Peter Palitzsch am Berliner Ensemble. 1994 wurde er Intendant am Theater in Nordhausen, wo er ausserdem den Thüringer Herbst organisierte. 1999 bis 2004 war er Intendant am Staatstheater Kassel. Regiearbeiten führten ihn u.a. nach Uganda, Togo, Malawi, Chile und Schweden. Seit Beginn der Spielzeit 2006/2007 ist Christoph Nix Intendant am Theater Konstanz.

Samuel Beckett wird 1906 in Foxrock nahe Dublin geboren studierte von 1923 bis 1927 Sprachen und Literatur in Dublin. Ein Jahr später geht er als Englischlektor nach Paris. Dort lernt er den Schriftsteller James Joyce kennen, mit dem er sich anfreundet. In Frankreich entstehen erste Erzählungen und Gedichte. Als 1933 sein Vater stirbt und Beckett eine kleine Erbschaft antritt, reist der junge Schriftsteller jahrelang durch Frankreich, Italien und Deutschland. 1937 lässt er sich in Paris nieder und lernt er seine spätere Frau kennen. Beide schliessen sich der Résistance an und fliehen 1942 vor der Gestapo ins unbesetzten Südfrankreich. In den Nachkriegsjahren ist der Autor äusserst produktiv. Er beginnt in französischer Sprache zu schreiben und wendet sich neben den Prosawerken dem Theater zu. Das Drama En attendant Godot (Warten auf Godot) bringt Ihm 1953 neben dem literarischen Durchbruch auch den ersten finanziellen Erfolg. 1969 erhält er den Nobelpreis für Literatur. 1989 stirbt Samuel Beckett in Paris.
180928 ThKn Warten auf Godot 7341 PresseFotos Theater Konstanz/Ilja Mess

Vorstellung «Warten auf Godot» So 19. Mai 2019 - 18:00 Uhr im Stadttheater Konstanz

Änderungen vorbehalten - beachten Sie den Theaterspielplan
Beim fünften Internationalen Theater Festival Hawler International Theatre Festival in Erbil im Nordirak konnte das Theater Konstanz im Dezember 2018 mit Warten auf Godot auch Zuschauer und Kritiker überzeugen. Unter 14 teilnehmenden Inszenierungen prämierte die Jury Peter Cieslinski in seiner Rolle als Lucky mit dem Preis für den besten Darsteller, die Trophäe für die beste Regie ging an Intendant Christoph Nix.

Weitere Informationen unter www.theaterkonstanz.de

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