Pamela Rosenkranz «House of Meme» - Grundlagenforschung des Sinnlichen

Veröffentlicht in Ausstellungen | Kunst

Pamela Rosenkranz hinterfragt die Vergewisserung des authentischen Erlebens. Im Kunsthaus Bregenz wird dies zur Antwort auf dessen Architektur. Peter Zumthor sucht phänomenologische Wirkungen: Licht, Schall, Kühle, Empfindlichkeit und Befinden spielen eine bedeutsame Rolle. Was sind Farbe und Licht? Wie entstehen Gerüche und wie verhalten sich ihre Rezeptoren? Wie werden Schall und Vibrationen registriert? Und kann ein Gebäude nicht ähnlich einem lebenden Wesen seine Erfahrungen sammeln und bewahren?

Wie durchlässig sind wir, wie absorbierend? Pamela Rosenkranz begreift Menschen als Membranen. Menschen sind nicht länger souveräne, sondern synthetische Subjekte. Reine Erfahrung gibt es ebenso wenig wie Immunität gegen unsichtbare Existenzen. Dies ist in Zeiten einer Pandemie nicht zu leugnen. Menschsein ist wie ein physiologische Prozess und künstlich modelliert. In der Ausstellung löst sich die Trennung von Natur und Künstlichkeit auf. Sie wird zum animierten »Lebensraum« einer robotischen Kreatur, die von unseren Geräten mitgesteuert wird und alles verbindet.
0416 KUB Rosenkranz EG Markus Tretter U4A9603 c Kunsthaus BregenzFoto: Markus Tretter © Pamela Rosenkranz, Kunsthaus Bregenz
Das Durchmengen von technischen und natürlichen Substanzen deutet Rosenkranz durch Situationen der Verunklärung an. Folien schimmern, Schallwellen vibrieren, Luftfeuchtigkeit wabert und ein archaischer Geruch, der künstlich hergestellt ist, durchzieht die Räume. Alles fliesst, diese uralte philosophische Beobachtung gewinnt durch die Einwanderung des Künstlichen neue Aktualität. Die Betrachtung von Kunst oder Dargestelltem als ein dem Menschen tiefengeschichtlich innewohnendes Bedürfnis, das uns auch physisch ergreift, zieht sich durch die Ausstellung. Das Haus wird zum Organismus eines erweiterten biologischen Zusammenspiels.

«House of Meme» Pamela Rosenkranz - Sa 17. April bis So 04. Juli 2021| Kunsthaus Bregenz
Öffnungszeiten: Di bis So 10 – 18 Uhr | Do – 19 Uhr
Beachten Sie die aktuell geltenden Corona Rahmenbedingungen, tragen Sie bei Ihrem Besuch eine FFP2-Maske und achten Sie auf ausreichend Abstand zu anderen Besucher*innen

Pamela Rosenkranz (* 1979 in Uri, Schweiz) lebt und arbeitet in Zürich und in Zug. 2004 erhielt sie den Master of Fine Arts an der Hochschule der Künste Bern; zudem studierte sie Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Zürich. Bereits während des Studiums erfuhr sie grosse internationale Beachtung. 2015 vertrat Rosenkranz die Schweiz bei der Biennale in Venedig. 
0416 KUB Pamela Rosenkranz Photo by Marc Asekhame 3Porträt Pamela Rosenkranz Foto: Marc Asekhame


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