Alfred Seiland «Imperium Romanum»

Veröffentlicht in Ausstellungen | Kunst (Archiv)

ein Aufeinandertreffen von Antike und Gegenwart

Alfred Seiland fotografierte im Jahr 2006 für das New York Times Magazine die Filmkulisse zur TV-Serie "Rome" in der römischen Filmstadt Cinecittà. Beeindruckt von den dort täuschend echt aussehenden Bauten war die Motivation  für ein mittlerweile zentrales Thema seiner künstlerischen Arbeit geweckt. Von da an folgte er den Spuren des Imperium Romanum rund um das Mittelmeer und weit darüber hinaus und bildete ab, wie die Menschen der Gegenwart mit dem antiken Erbe umgehen.

Alfred Seiland «Imperium Romanum»
über 130 Arbeiten aus Seilands fotografischem Grossprojekt, darunter auch Motive aus Vorarlberg.

Der Künstler lenkt den Blick der Betrachter auf die Konfrontation zwischen Antike und Moderne. Manche Bilder sind zum Lachen komisch, bei anderen könnte man einen nachlässigen Umgang mit dem römischen Erbe unterstellen – oder sind es Belege, wie selbstverständlich antike Relikte zum heutigen Alltag gehören? In den Bildern des 1952 geborenen Fotografen treffen verschiedene Zeitalter aufeinander - Autos parken in der Ruine eines Jupitertempels in Damaskus; ein antikes, in einer eleganten Holzrekonstruktion erbautes Theater in Serbien duelliert sich mit einem monumentalen Kohlekraftwerk im Bildhintergrund; eine Familie badet im Fluss, der vom Pont du Gard, der weltbekannten Aquäduktbrücke in Südfrankreich, überspannt ist.
191207 vm Imperium Romanum c Alfred Seiland Jupitertempel Damaskus Syrien 2011Bild Alfred Seiland Jupitertempel Damaskus Syrien 2011
Alfred Seiland sieht das Spannungsfeld, in dem die antiken Bauwerke heute stehen – zwischen historischem Kapital und zeitgenössischer Vermarktung, musealer Pflege und touristischer (Ab-)Nutzung, zwischen Erhaltung und Zerstörung. Er beobachtet, wie die Menschen heute mit den antiken Bauwerken leben und gibt unvoreingenommen wieder, was er vorfindet. Auch Konflikte, die seit der Antike an denselben Orten ausgetragen werden, an der Klagemauer in Jerusalem zum Beispiel.


Alfred Seiland «Imperium Romanum» im vorarlberg museum
Sa 07. Dezember 2019 bis So So 16. Februar 2020 | im Atrium, Stiegenhaus und 1. Obergeschoss
Öffnungszeiten Di bis So 10 - 18 Uhr Do - 20 Uhr , Montag geschlossen | Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.
Kurztexte mit weiterführenden Informationen zu allen Bildern sind in einer kostenlos erhältlichen Broschüre zu finden.
191207 vm Imperium Romanum c Alfred Seiland Am Roemischen Graeberfeld Thurn und Taxis Park Bregenz OEsterreich 2019Bild Alfred Seiland Am Roemischen Graeberfeld Thurn und Taxis Park Bregenz 2019
Alfred Seiland: "Viele Motive meiner Bilder sind ungezählte Male abgelichtet worden. Nur wenn es mir gelingt, diesem Kanon etwas Neues hinzuzufügen, mach ich ein Bild. Ich arrangiere nichts, habe aber eine Vorstellung, wie das Bild aussehen soll." Bis sich die Bedingungen fügen, sind mitunter etliche Besuche eines Ortes notwendig. Seiland fotografiert mit einer analogen Großbildkamera auf Negativfilm, neuerdings aber auch mit einem digitalen Rückteil.


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