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Napoleonmuseum zeigt «was der Kaiser noch sah» die Bodenseeregion in historischen Fotografien

Napoleonmuseum zeigt «was der Kaiser noch sah» die Bodenseeregion in historischen Fotografien
Meersburg, Das Alte Schloss von Westen. Atelier Wolf, um 1860 Foto Stadtarchiv Konstanz

Die Bodenseeregion mit vielen ihrer beliebtesten Sehenswürdigkeiten, stehen im Mittelpunkt der Ausstellung historischer Fotografien, die bis 20. September 2026 auf dem Arenenberg zu sehen sind. Über 500 historische Fotografien, aufgenommen in der Zeit zwischen 1860 und ca. 1906, spüren entlang bedeutender Städte und Sehenswürdigkeiten der Region den umfassenden Veränderungen nach, mit denen die Menschen damals auch aufgrund der rasanten technischen Entwicklung konfrontiert waren.

Die Motivauswahl folgt der «Nostalgiereise» des französischen Kaisers Napoleon III. im Jahr 1865 zu den Stätten seiner Kindheit, Jugend und Prinzenjahre am Bodensee. Hier hatte er zusammen mit seiner Mutter, Königin Hortense, nach dem endgültigen Sturz seines Onkels Napoleons I. im Exil gelebt. Schon lange hatte den Kaiser das Heimweh nach dem Bodensee gequält. Die öffentliche Anteilnahme war dann auch enorm. Jubelnd war das Kaiserpaar am Bahnhof Konstanz empfangen worden.

260415 was der Kaiser noch sah 05Konstanz - Blick auf das Konzil und den Hafen von Süden. Wohl Atelier Wolf, um 1860 Foto Familienarchiv Gügel-Frank

Die historischen Bilder zeigen die Stationen, die der Kaiser und seine Frau während ihres Aufenthaltes ansteuerten. Das beginnt mit der Bahnanreise über Singen, Radolfzell, Allensbach nach Konstanz. Von dort folgt der Bilderreigen der Kutsche des Regenten durch die Stadt durchs Tägermoos nach Ermatingen und auf den Arenenberg. Tags darauf standen die napoleonischen Schlösser am Untersee auf dem Programm. Am dritten Tag ging es aufs Wasser: zur Insel Reichenau, nach Überlingen, zur Insel Mainau, nach Meersburg, Friedrichshafen, Lindau, Rorschach, Arbon und Kreuzlingen.

Zu dieser Zeit hatte auch am Bodensee die Industrialisierung Fahrt aufgenommen. Dampfboote verdrängten Segelschiffe, die Eisenbahn das Pferdefuhrwerk. An vielen Orten entstanden Fabriken. Eine junge Innovation war in dieser Zeit auch das Verfahren der Fotografie. Mit dem Aufkommen der Fotografie entstehen umfassende Dokumentationen, die ein verlässliches Bild darüber vermitteln, «was der Kaiser noch sah», als er ein letztes Mal in die Region reiste. Gleichzeitig bringen sie den heutigen Betrachter zum Staunen, denn der Vergleich mit der Jetzt-Zeit zeigt frappierende Konstanten und grosse Unterschiede zugleich.

260415 was der Kaiser noch sah 08Gottlieben - Blick von Norden auf Schloss, Dorf und die Schifflände um 1870 Foto Stadtarchiv Konstanz

Die Ausstellung findet in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Konstanz statt. Es hütet mit der Sammlung der Hofphotographen Wolf einen ungeheuren Schatz über die Entwicklung und Veränderung rings um den See. Ca. 70 Prozent der gezeigten Bilder stammen aus diesem Fundus und können dank der Grosszügigkeit des Stadtarchivs in grosser Fülle gezeigt werden.

Napoleonmuseums Arenenberg «was der Kaiser noch sah» 20. März bis 20. September 2026
Öffnungszeiten April bis September: täglich 10 bis 17 Uhr, letzter Eintritt 16:30 Uhr
Preise CHF 15.– Kinder und Jugendliche (6 bis 16 Jahre): CHF 5.– Familienkarte (2 Erwachsene und 2 Kinder/Jugendliche): CHF 32.–
Jahreskarte Erwachsene: CHF 35.–

Weitere Informationen: napoleonmuseum.tg.ch 

260415 was der Kaiser noch sah 03Palais, das Haupthaus der Schlossanlage von Arenenberg,heute fälschlich als Schloss bezeichnet Foto Fotosammlung Napoleonmuseum Arenenberg