Oratorium «Die letzten Dinge» von Louis Spohr

Veröffentlicht in Konzerte | Musikevents

So 22. Oktober 2017 - 17:00 Uhr | Stadthalle Singen
Einführung um 16:15 Uhr mit dem Musikwissenschaftler Helmut Weidhase aus Konstanz

Der in Braunschweig geborene Louis Spohr (1784-1859) war Zeitgenosse von Beethoven sowie Mendelssohn-Bartholdy und einer der wichtigsten Vertreter der frühen Romantik. Zu Unrecht wurde er nach seinem Tod kaum noch beachtet. Das Oratorium "Die letzten Dinge" gehört zu seinen berühmtesten Werken und gilt als das bedeutendste seiner vier Oratorien. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Oratorium häufig aufgeführt, hoch gelobt und war nicht nur in Deutschland sehr erfolgreich. Spohr war neben Paganini auch der bedeutendste Violin-Virtuose des 19. Jahrhunderts. Daher nimmt seine geistliche Musik im Gesamtwerk zahlenmässig eine untergeordnete Rolle ein.

Oratorium «Die letzten Dinge»
Der Madrigalchor Alu Singen und die Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz führen das Werk mit den Solisten Julia Küsswetter (Sopran) aus Dinkelsbühl, Barbara Kasper (Mezzosopran) aus Singen, Raoul Bumiller (Tenor) aus Gechingen und Michael Marz (Bariton) aus Massweiler unter der Leitung von Hartmut Kasper.

171022  oratorium die letzten dinge madrigalchorMadrigalchor Alu SingenDie Textdichtung des Librettisten Friedrich Rochlitz verwendet ausschliesslich originale Verse der Bibel, die das ungeheure Geschehen des Jüngsten Tages in der Offenbarung des Johannes wiedergeben. Dennoch ist das Werk selber nicht als liturgische Musik aufzufassen. Es dient nicht dazu, das gottesdienstliche Geschehen mitzugestalten und benötigt somit auch keinen sakralen Raum. Spohr und Rochlitz legten den Schwerpunkt nicht auf die Schilderung der endzeitlichen Schreckensvision, sondern gaben dem Werk eine positive, tröstliche und erwartungsfrohe Grundhaltung, die den Lobpreis Gottes und die Schilderung seiner Güte und Gerechtigkeit in den Vordergrund stellen.

Spohr verzichtet weitgehend auf die Dramatisierung des Endgerichts, legt dafür grosses Gewicht auf Gebet und den festlichen Charakter der Musik. Die Solisten fungieren teilweise als Vorsänger oder im Wechselgesang mit dem Chor, so dass Solisten und Chor gemeinsam auftreten und eine Einheit bilden. Die selbstständige Orchestermusik in der Ouvertüre und in der Sinfonie zu Beginn des zweiten Teils sowie die tonmalerischen Elemente im Anschluss an den Chorsatz "Gefallen ist Babylon" waren für die Zeit des Komponisten aussergewöhnlich.

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