Christa Näher «Aus heiterem Himmel»

Veröffentlicht in Ausstellungen | Kunst

Sa 30. September bis So 26. November 2017 | TURM am Kulturzentrum & Kunstverein Konstanz
Öffnungszeiten: Di bis Fr 10-18 Uhr | Sa, So, Feiertag 10-17 Uhr

Nach fast 30 Jahren erscheint Christa Näher mit ihren grossen, dunklen Malereien und den feinen Zeichnungen wieder im Kunstverein Konstanz. Die durch zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland bekannte Künstlerin, die 1988 den Konstanzer Kunstpreis erhielt und Teilnehmerin der Documenta IX und langjährige Professorin der Städelschule Frankfurt war, wird jetzt mit einer Retrospektive anlässlich ihres 70.Geburtstags gefeiert.

Christa Näher «Aus heiterem Himmel»
eine grosse Übersichtsschau in den Räumen des Kunstvereins und den benachbarten TURM am Kulturzentrum in Kooperation mit dem Kulturamt Konstanz

Ihre Malerei sei subtiler geworden, schätzt die Künstlerin die Entwicklung ihres Werkes selbst ein, aber letztlich sei alles eins, Themen, die sie abgeschlossen glaube, kehrten ohne bewusstes Zutun wieder, als sei alles schon in einem inneren Leben, über das sie nur am Rande bestimme, angelegt.
170930 Christa Naher die schwarze Gondel die schwarze Gondel © Christa Näher170930 Christa Naher die schwarze witwedie schwarze witwe © Christa Näher170930 Christa Naher spinnenhirnspinnenhirn © Christa Näher
Ein immer wieder aufscheinendes Thema ihrer grossformatigen Wandarbeiten ist die Darstellung von Pferden, die Christa Näher in der Tradition der Porträtmalerei anlegt: Es ist das Wesen einer Persönlichkeit, die in der Haltung des Kopfes, der wehenden Mähne, dem unruhigen Blick als individuelles Charakterbild erscheint, oft in hellen Umrissen gegen einen dunklen Hintergrund gesetzt. In dieser bewegten Kontrastierung von Licht und Schatten kündigt sich ein weiterer, wesentlicher Bezug ihres jüngeren Werks an: Pracht und Fülle des Barock. Allerdings erschöpfen sich die Bildszenen Christa Nähers nicht in barocker Heiterkeit, immer dabei sind dunkle Töne, düstere Flächen, in deren Schwärze geisterhafte Wesen durchscheinen. Diese buchstäbliche Vielschichtigkeit ihrer malerischen Arbeiten weist auf Christa Nähers prozesshaften Malstil zurück: Immer wieder übermale sie, halte Bilder für noch unfertig, greife wieder ein, verändere.

Auch in manchen ihrer Zeichnungen, reduziert-bewegte Tusche- und Kohlestift-Lineaturen, verfährt sie ähnlich. Porträts von Personen, die in ihrem Leben wesentlich waren, überzeichnet sie, oft nach Jahren und geht damit neue, gegenwärtige Beziehungen mit den Dargestellten ein. Gegenwart und Erinnerung, Realität und Mythos sind in der Bilderwelt Christa Nähers auf einzigartige Weise miteinander verwoben.

„Sich erinnern wollen, hat mit Sehnsucht nach Versöhnung zu tun und meine Arbeit gilt dem unendlichen Gedächtnis. Wo auch immer mich dieses hinführt, bestimme nicht ich, ich arbeite damit.“ (Christa Näher).

Vernissage
Fr 29.09. - 19:00 Uhr im Wolkenstein-Saal Kulturzentrum am Münster Konstanz
Elisabeth Fürstin zu Waldburg-Wolfegg führt in die Ausstellung ein

Öffentliche Führungen
So 15.10.2017 - 11:30 Uhr
Do 02.11.2017 - 18:30 Uhr
So 12.11.2017 - 11:30 Uhr
Do 16.11.2017 - 18:30 Uhr