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geschrieben von marand |
„Nathan der Weise“ der schrecken des Deutschunterricht wird als Theater visuell erlebbar und verliert das abstrakte, auch wenn die Texte fast im Original zitiert werden.
Das Stück welches sich für eine Versöhnung der Religionen untereinander einsetzt ist heute auch knapp 230 Jahre nach der Uraufführung noch aktuell wie je. Die Handlung ursprünglich im mittelalterlichen Jerusalem spielend wird in der St.Galler Aufführung in ein Niemandsland zwischen Israelischer Grenzmauer und dem Gaza Streifen gelegt. Wie immer in St.Gallen fasziniert das starke Bühnenbild welches ein zusammengekommenes Laientheater in einer Umgebung agieren lässt die eine zum Teil komische Hilflosigkeit gegenüber der gegebenen Situation provoziert. Anderseits zeigt sich die verzweifelte Anstrengung mit Improvisation und gutem Willens Lessings Vorstellung einer harmonischen Toleranten Welt ohne Hass und Vorurteilen dazustellen. Zum Schluss aber siegt leider die Realität löst doch ein Sirenenalarm das Theater im Theater ohne Happy End auf.
Eine starke brisante Aufführung welche zeigt das ein alter Text, auch in eine heutige fast surrealistische Umgebung versetzt, nichts von seiner Kraft verlieren muss.
Nathan der Weise - Lessing's Ideendrama im Theater St.Gallen
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